Wohnen über dem Markt
Das Projekt reagiert auf ein langgestrecktes Grundstück mit starken Schalleinwirkungen und entwickelt eine klare räumliche Strategie entlang einer Nord-Süd-Orientierung. Die Südfassade wird großzügig geöffnet, um maximale Belichtung und solare Gewinne zu ermöglichen, während die massivere Nordseite als schützende und thermisch speichernde Struktur ausgebildet ist. Bauteilaktivierte Decken und speicherfähige Bauteile unterstützen ein passives Energiekonzept, während Pßanzen entlang der Südfassade im Sommer für natürlichen Schatten sorgen und im Winter solare Gewinne zulassen. Zimmergroße Balkone fungieren als patioartige Pufferzonen zwischen Innen- und Außenraum und dienen zugleich als passive Schallschutzmaßnahme.
Im Erdgeschoss bildet eine offene Markthalle das öffentliche Zentrum des Gebäudes. Eine überdachte Passage führt in die Halle und verlängert den Straßenraum ins Gebäudeinnere, wodurch Handel, Bewegung und Begegnung miteinander verknüpft werden. Gleichzeitig bleiben Wohnen und Markt klar differenziert: Die separaten Wohnungseingänge sind in die Marktstruktur integriert, bleiben jedoch ausschließlich den Bewohner n vorbehalten. Eine ßexible Organisation der Halle erlaubt unterschiedliche Nutzungen, während der angrenzende Parkplatz bei Bedarf in eine erweiterte Marktßäche transformiert werden kann.
In den Obergeschossen erprobt das Projekt unterschiedliche Wohnformen für eine vielfältige Bewohnerschaft – von klassischen Wohnungen über kombinierte Wohn- und Arbeitsformen bis zu gemeinschaftlichen Wohnmodellen. Maisonetteartige Strukturen ermöglichen das Zusammenleben mehrerer Generationen sowie ßexible Arbeitsräume. Gemeinschaftliche Dachterrassen und Freiräume ergänzen das Wohnen und schaffen einen ruhigen Gegenpol zur belebten Markthalle im Erdgeschoss.